Donnerstag, 2. Dezember 2021
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Stellungnahme zu „BdFWS kritisiert das waldorfpädagogische Grundlagenseminar von Antje Bek und Christoph Hueck“

In der Zeitschrift „Erziehungskunst“ vom November 2021 schreiben drei Vorstände des BdFWS, Nele Auschra, Stefan Grosse und Hans Hutzel, zu einem Grundlagenseminar, das Antje Bek und Christoph Hueck im Rahmen der Akanthos-Akademie anbieten. Die Vorstände weisen zunächst auf die vom BdFWS zertifizierten Seminare und Ausbildungen hin. Ihre zutreffende Feststellung, dass unser Grundlagenseminar nicht zur staatlich anerkannten Lehrbefähigung an Waldorfschulen qualifiziert, verbinden sie mit der Beurteilung, dass das Seminar auch „inhaltlich“ dazu „nicht geeignet“ sei. Ferner halte der BdWFS „die dort genannten Dozent:innen“ – also Antje Bek und mich – „nicht für geeignet, Waldorflehrer und Waldorflehrerinnen aus- oder weiterzubilden“. 

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Antje Bek war 16 Jahre lang Waldorf-Klassenlehrerin und 8 Jahre Dozentin in der dualen Klassenlehrerausbildung am Seminar für Waldorfpädagogik in Witten-Annen. Dort hat sie das Konzept für das 5-jährige Studium zum Klassenlehrer mit entwickelt. Ich selbst war nach meinem naturwissenschaftlichen Studium mit Promotion sowie jahrzehntelanger Beschäftigung mit der Anthroposophie ebenfalls  4 Jahre lang Waldorf-Klassenlehrer, knapp 7 Jahre lang Dozent an der Freien Hochschule Stuttgart in der Ausbildung von Waldorfklassenlehrern und seither Dozent in der Ausbildung von Waldorferzieherinnen und -erziehern. Außerdem bin ich seit Jahren Vortragender und Kursleiter auf dem Bildungskongress in Stuttgart sowie – bis 2020 – bei der Pädagogischen Sommerakademie des BdFWS. Ich habe eine groß angelegte Studie zur lebenslangen Gesundheit ehemaliger Waldorfschüler geleitet und bin Autor etlicher Artikel in der Erziehungskunst. Im Rahmen der Akanthos-Akademie verfolge ich ein Forschungsprojekt zu Rudolf Steiners Darstellungen zur Entwicklung des Kindes und Jugendlichen und organisiere dazu pädagogische Kolloquien.

Antje Bek und mich verbindet außer unserer Liebe zu Kindern und zu den Studierenden der Waldorfpädagogik, dass wir beide die Anthroposophie als essentielle Grundlage der Waldorfpädagogik ansehen. Wir sind begeisterte Studierende der anthroposophischen Menschenkunde. Und wir haben die Erfahrung machen dürfen, dass unsere jeweils individuelle Art der Vermittlung der Waldorfpädagogik von vielen Menschen als inspirierend und bereichernd empfunden wurde und wird.

Außerdem verbindet uns, dass wir uns beide kritisch und öffentlich zu den Corona-Maßnahmen geäußert haben. Für Antje Bek hat das zum Verlust ihrer Dozentinnen-Stelle am Waldorfseminar in Witten-Annen geführt, für mich zum Verbot meiner Dozententätigkeit am Waldorf-Erzieherseminar in Mannheim sowie bei der pädagogischen Sommerakademie des BdWFS.

Die Vorstände des BdFWS haben uns leider nicht persönlich kontaktiert. Sonst wäre leicht zu klären gewesen, dass unser Seminar selbstverständlich nicht den Anspruch erhebt, zu einer staatlich anerkannten Qualifikation als Waldorflehrer zu führen. Wir bieten einen fundierten Einstieg in die Grundlagen der Waldorfpädagogik, wie sie von Rudolf Steiner zum Heil der heranwachsenden Menschen entwickelt wurde – nicht mehr und nicht weniger. Und wir hoffen, dass unser Unterricht dazu beiträgt, dass immer mehr Menschen verstehen und anzuwenden lernen, wodurch dieses Heil gefördert werden kann.

Christoph Hueck und Antje Bek

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Prof. Dr. rer. nat. Christoph Hueckhttps://www.akanthos-akademie.de
Prof. Dr. rer. nat. Christoph Hueck, geb. 1961, Studium der Biologie und Chemie (1984-1990), Promotion in bakterieller Genetik (Universität Erlangen-Nürnberg, 1994), Grundlagen- und angewandte molekularbiologische Forschung (u.a. Impfstoffentwicklung) in Deutschland und USA (Harvard University, University of California San Diego, University of Washington Seattle, Universität Würzburg, Creatogen Biosciences GmbH Augsburg, 1990-2002), Klassenlehrer an einer Waldorfschule in Oberbayern (2003-2008), Dozent an der Freien Hochschule Stuttgart (2008-2015), dort Professur für Lebenswissenschaften (2013). Forschungsprojekt zur lebenslangen gesundheitlichen Wirkung der Waldorfpädagogik in Kooperation mit der Charité Berlin (2009-2013). Gründung der Akanthos Akademie für anthroposophische Forschung und Entwicklung e.V. in Stuttgart (2014). Redakteur von Die Drei, Zeitschrift für Anthroposophie in Wissenschaft, Kunst und sozialem Leben (seit 2015). Freiberuflicher Dozent an Waldorf-Erzieherseminaren sowie am Freien Jugendseminar Stuttgart (seit 2015). Veröffentlichungen zur Mikrobiologie und molekularen Genetik, Impfstoffentwicklung, Biologie und Anthroposophie, zu den erkenntniswissenschaftlichen Grundlagen der Anthroposophie, zur anthroposophischen Meditation, sowie zur Waldorfpädagogik.

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