Freitag, 12. August 2022
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Allein mit Kind? Welche Hilfe Solo-Eltern brauchen

Die Corona-Pandemie hat es deutlich gezeigt: Alleinerziehende sind schlechter gestellt als Verheiratete

Den Haushalt organisieren, Essen bereitstellen, das Kind rund um die Uhr betreuen und teilweise unterrichten – und das alles alleine. Die Pandemie hat viele Alleinerziehende ans Limit gebracht, und hat zahlreiche soziale Missstände im Umgang mit Singles mit Kind aufgedeckt. Steuerliche Entlastungen gibt es zwar auch für Alleinerziehende, dennoch haben Verheiratete übers Ehegattensplittung deutlich größere finanzielle Vorteile. Das berichtet das Apothekenmagazin „Baby und Familie“ in der Titelgeschichte seiner aktuellen Ausgabe. 

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Rund 90 Prozent der Alleinerziehenden sind Frauen

Gerechter wäre es laut Bundesverband alleinerziehender Mütter und Väter e. V. (VAMV) in Berlin die Einkommensversteuerung nicht mehr vom Familienstand abhängig zu machen, sondern davon, ob Kinder im Haushalt versorgt werden oder nicht. „Wir wollen keine Vorteile mehr für den Trauschein und alleine beim Kind ansetzen“, sagt Miriam Hoheisel, Geschäftsführerin VAMV, die eine Kindergrundsicherung statt des veralteten Ehegattensplittings fordert. Immerhin leben laut Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend über zwei Millionen Kinder mit nur einem Elternteil im Haushalt. In fast jeder fünften Familie ist der Elternteil alleinerziehend, rund 90 Prozent von ihnen sind Frauen. 

Bessere Betreuungsmöglichkeiten erwünscht

Diesen Alleinerziehenden wäre zudem geholfen, wenn die Öffnungszeiten von Betreuungseinrichtungen noch flexibler an die Arbeitsrealität angepasst würden: Denn viele Single-Mütter arbeiten laut Hoheisel oft in frauentypischen Berufen: „Sie müssen ihr Kind vor der Frühschicht im Krankenhaus oder nach Ladenschluss im Einzelhandel bringen und abholen können.“ Immer noch aber fehlten vielerorts oft solche Betreuungsmöglichkeiten zu Randzeiten. Ebenfalls wünschenswert: mehr Familienfreundlichkeit seitens der Arbeitgeber, die durch gesetzliche Regelungen befördert werden sollte. 

Raus aus der Schuldgefühlspirale

Um sich zusätzliche Unterstützung zu holen, empfiehlt Prof. Dr. Matthias Franz, Facharzt für Psychomatische Medizin an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf, das Bindungstraining „wir2″. Der Professor hat sich mehr als zwei Jahrzehnte mit den Bedürfnissen von Alleinerziehenden beschäftigt und das Programm mit nachweislich antidepressivem Effekt selbst entworfen. Es soll dabei helfen, sich aus Schuldgefühlen angesichts der schwierigen Situation zu befreien, die Bindung zum Kind zu stärken und den Konflikt mit dem Ex-Partner zu beenden. Darüberhinaus empfiehlt Franz die Familienberatungsstellen vor Ort: „Wichtig ist, sich selbst Hilfe zu holen, wenn einen Dinge be- oder überlasten. Da darf man nicht zu lange warten.“

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