Samstag, 29. Januar 2022
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Forschungsprojekt „Sicheres Klassenzimmer“ startet

Wie Schulen mit Unterricht und Schulsport im nächsten Schuljahr an den Start gehen können, hängt vor allem davon ab, wie es gelingt die Aerosol-Konzentration in Schulräumen niedrig zu halten. Prof. Dr. Christian Schwarzbauer von der Hochschule München (HM) initiierte dazu das Forschungsprojekt „Sicheres Klassenzimmer“.

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Seit Frühjahr 2020 ist bekannt, dass Aerosole eine wichtige Rolle bei der Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 spielen. Durch regelmäßiges Lüften kann die Aerosol-Konzentration in Klassenzimmern auf einem niedrigen Niveau gehalten werden. Doch wieviel Lüften reicht in der Praxis aus? Ist es sinnvoll Raumluftreiniger einzusetzen oder sind nachrüstbare Lüftungssysteme eine geeignete Alternative?

Pilotstudie in und um München: Luftqualität im realen Schulbetrieb messen

„Diese Thematik wird seit längerer Zeit kontrovers und teilweise sehr emotional in der Öffentlichkeit diskutiert. Wir haben deshalb das Forschungsprojekt ‚Sicheres Klassenzimmer‘ auf den Weg gebracht, mit dem Ziel, die Luftqualität im realen Schulbetrieb über einen längeren Zeitraum zu messen und aufzuzeichnen“, sagt der Projektleiter und Initiator des Forschungsprojekts Prof. Dr. Christian Schwarzbauer von der Hochschule München. Eine Pilotstudie mit Messungen der Luftqualität in 40 Klassenzimmern ist in München und umliegenden Landkreisen bereits angelaufen. Zu Beginn des neuen Schuljahres soll die Studie auf 120 Klassenzimmer im Großraum München und Mainz erweitert werden.

Alternative Lüftungskonzepte im Vergleich

Schwarzbauer zum Design der Studie: „Wir untersuchen drei verschiedene Lüftungskonzepte: die klassische Fensterlüftung, den Einsatz von Raumluftreinigern sowie die Verwendung eines kosteneffizienten, leicht nachrüstbaren Lüftungssystems, das vom Max-Planck-Institut in Mainz entwickelt wurde“. Dabei interessieren die Forschenden sich insbesondere dafür, wie sich diese unterschiedlichen Lüftungskonzepte auf die Luftqualität im Klassenzimmer sowie auf das Covid-19-Infektionsrisiko auswirken.

Auch Prof. Dr. Ulrich Pöschl, Direktor am Max-Planck-Institut für Chemie, der bereits zu dieser Thematik forscht, beteiligt sich an diesem Forschungsprojekt: „Langzeitmessungen unter verschiedenen Gegebenheiten in einer großen Anzahl von Klassenräumen helfen, die tatsächliche Luftqualität im realen Schulbetrieb bei unterschiedlichem Nutzerverhalten abhängig von den Witterungsbedingungen einzuordnen. Wir möchten damit unsere bisherigen Untersuchungen und Praxistests ergänzen und ausweiten.“

Grundlagen schaffen für Unterrichtsstrategien im neuen Schuljahr

Zu Beginn des neuen Schuljahres werden es vor allem die Kinder und Jugendlichen sein, die nicht geimpft sind. Um Unterricht und Schulsport ermöglichen zu können, ist es wichtig, die Forschung jetzt voranzutreiben. „Sollten die Inzidenzen wieder steigen, dann brauchen wir effektive Strategien, um das Infektionsrisiko während des Unterrichts und beim Schulsport bestmöglich zu reduzieren. Mit unserer Studie möchten wir dazu beitragen, eine bessere Grundlage für objektive und faktenbasierte Entscheidungen zu schaffen“, sagt Prof. Dr. Henning Wackerhage, Sportbiologe der TU München, der ebenfalls an dem Projekt mitarbeitet.

Das Projekt „Sicheres Klassenzimmer“ ist eine Initiative der Hochschule München in Kooperation mit WissenschaftlerInnen von der TU München, der LMU München und des Max-Planck-Instituts für Chemie in Mainz.

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