Freitag, 3. Dezember 2021
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Schulen weiterentwickeln: Alle Sprachen zählen

Ein Forschungs- und Entwicklungsprojekt zu transnationaler Mobilität der Universität Bremen regt jetzt Veränderungen in Schulen, deren Entwicklung und in der Bildungspolitik an. Die Kernaussage: Neben dem Lernen einer zweiten Fremdsprache sollte alternativ auch eine erfolgreiche Sprachprüfung in einer beliebigen Sprache für ein Abitur anerkannt werden. Von dieser Änderung würden vor allem mehrsprachig aufgewachsene Jugendliche profitieren.

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„Eine zweite Fremdsprache in der Schule lernen oder eine Sprachprüfung in einer beliebigen Sprache bestehen – das sollte gleichwertig als Voraussetzung für die Allgemeine Hochschulreife anerkannt werden.“ So fasst Senior Researcher Dr. Dita Vogel den Kern eines Reformvorschlags zusammen, der in einem Projekt der Universität Bremen ausgearbeitet und jetzt einer breiteren Öffentlichkeit vorgestellt wird. Von dieser Änderung würden vor allem mehrsprachig aufgewachsene Jugendliche profitieren. Sie müssen derzeit meist Französisch, Spanisch oder Latein als ihre vierte oder fünfte Sprache lernen, wenn sie studieren wollen. Mehrsprachig aufwachsende Kinder machen in westdeutschen Großstädten oft die Hälfte aller Kinder aus.

Wie besser mit den Mobilitätsperspektiven von Kindern und Jugendlichen umgehen?

Der Vorschlag ist eine von mehreren Anregungen aus dem Forschungs- und Entwicklungsprojekt „Transnationale Mobilität in Schulen (TraMiS)“, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung über drei Jahre finanziert wurde. Forschende der Universität Bremen haben in Kooperation mit zwölf engagierten Schulen und beratender Unterstützung der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) sowie der Freudenberg-Stiftung erforscht, wie Schulen besser mit den vielfältigen transnationalen Bezügen und Mobilitätsperspektiven von Kindern und Jugendlichen umgehen können.

Schüler und Schülerinnen, Eltern, Lehrkräfte und Schulleitungen haben kurze Fallgeschichten diskutiert und geschildert, was sie problematisch finden und was besser geregelt werden könnte. Außerdem haben die Forschenden Schulen im Ausland besucht, um nach Anregungen für transnational inklusive Schulen zu suchen. Gute Beispiele und neue Ideen wurden ausgearbeitet, in der Fachwelt diskutiert sowie auch mit kostenlos herunterladbaren Comics und illustrierten Handouts veranschaulicht und in der Lehrkräftebildung eingesetzt.

Schulen sollten nicht nur auf ein Leben in Deutschland vorbereiten

„Wenn Schulen nur auf ein Leben in Deutschland vorbereiten, werden sie den vielfältigen transnationalen Bezügen der Kinder und Jugendlichen von heute nicht gerecht.“, so die Projektleiterin Yasemin Karakaşoğlu, Professorin für Interkulturelle Bildung an der Universität Bremen. Wie sich Wissen und Haltung in der Schule der Migrationsgesellschaft verändern müssten, wie sich Kollegien multilingual und multiprofessionell erweitern können und welche alternativen Wege bei der Aufnahme von Zugewanderten beschritten werden könnten, wird in Impulspapieren und anschaulichen Handouts aufgezeigt.

Weitere Informationen:

Kurzdossier „Alle Sprachen zählen“ des TraMiS-Projektes als pdf zum Download.
Kurzdossier „Transnationale Mobilität in Schulen – Ergebnisse des Forschungs- und Entwicklungsprojekts TraMiS“ als pdf zum Download.
www.tramis.de
www.uni-bremen.de

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