Sonntag, 5. Dezember 2021
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KLIMA-ACHTERBAHN: Temperaturen im laufe der Zeit

Studie der University of Cambridge legte in Dezember 2020 eine neue Temperatur-Rekontruktion für die nördliche Halbkugel vor.

Die globalen Temperaturen der vergangenen 2000 Jahre haben stärker geschwankt als lange angenommen. Eine 22-köpfige Forschergruppe geleitet durch den Klimawissenschaftler Ulf Büntgen von der University of Cambridge legte in Dezember eine neue Temperatur-Rekontruktion für die nördliche Halbkugel vor. Auf Grundlage von Baumringen haben die Spezialisten nachgeweisen, dass die Sommertemperaturen in der vorindustriellen Vergangenheit bereits mehrfach das heutige Niveau erreicht hatten.

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Konkret trifft die auf die Jahrzehnte beginnend um 280 nach Christus, 990 nach Christus und 1020 nach Christus zu. Noch ungeklärt ist, wie es zu diesen Wärmephasen überhaupt kommen konnte. Der CO2-Gehalt der Atmosphäre war damals noch äußerst gering. Die gängigen Klimamodelle des Weltklimarats können die unerwarteten Wärmephasen nicht reproduzieren, was nun berechtigte Fragen zu Ihrer Eignung aufwirft.(1)

Temperaturschwankungen normal

Die neue Studie von Büntgen und Kollegen entkräftet die Behauptung einer früheren von der Universität Bern koordinierten Studie. Diese hat 2019 suggeriert, dass die globale Temperatur während der letzten 2000 Jahre vor Beginn der Industrialisierung nahezu konstant gewesen ist. In Wirklichkeit schwankten die Temperaturen um bis zu 2,5°C, wie jetzt aus den aktuellen Baumringuntesuchungen hervorging. Besonders deutlich werden die Unterschiede zwischen beiden Studien bei der Übersetzung der Temperaturschwankungen in Farbstreifen. Blau steht für kalt und rot für warm.(2)

Forscher im Disput

Noch im Jahr 2013 hatte die aus Bern geleitete Forschergruppierung PAGES2k eine historische Klimarekonstruktion mit bedeutenden natürlichen Klimaschwankungen publiziert.(3) Die damals 78 köpfige Forschergruppe hat sich nun in zwei Lager aufgespalten, welche die vorindustrielle Temperaturgeschichte gänzlich unterschiedlich interpretieren.

Der Ausgang des wissenschaftlichen Disputs hat große Auswirkungen auf die Abschätzung der bis zum Ende des Jahrhunderts zu erwartenden Erwärmung. Je stärker die natürliche Komponente des Klimawandels ausfällt, desto geringer ist die zu erwartenden Erwärmungswirkung des CO2. Zwanzig Jahre nach der legendären Auseinandersetzung im Rahmen des sogenannten Hockey Stick, ist in den Klimawissenschaften nun wieder alles vollkommen offen.(4)

Dieser Artikel ist ein Teil der Folge 2 der Klimaschau von Dr. Sebastian Lüning. Die Klimaschau informiert über Neuigkeiten aus den Klimawissenschaften und von der Energiewende. Weitere Themen im Video: Ozeanzyklen: Widerlegung der Widerlegung, EEG-Konto mit Milliarden-Verlusten, ZEIT-Recherchen zur Stiftung „Plant for the Planet"

Literaturverzeichnis:

Dr. Sebastian Lüninghttp://www.luening.info/
Dr. Sebastian Lüning ist habilitierter Geowissenschafler und publiziert regelmäßig in klimawissenschaftlichen Fachzeitschriften. Als Gutachter wirkte er an den IPCC-Berichten SR15, SROCC und AR6 mit. Zusammen mit Fritz Vahrenholt schrieb er die Bücher „Unerwünschte Wahrheiten: Was Sie über den Klimawandel wissen sollten“ und „Unanfechtbar: Der Beschluss des Bundesverfassungsgerichts zum Klimaschutz im Faktencheck”. Auf Youtube präsentiert Lüning zweimal wöchentlich die Nachrichtensendung „Klimaschau“.

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