Samstag, 29. Januar 2022
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Was Experten über die Bundestagswahl sagen

Kommunikations- und Politikwissenschaftler der Universität Bamberg beantworten Fragen zur bevorstehenden Wahl.

Je näher die Bundestagswahl am 26. September 2021 rückt, desto präsenter wird der Wahlkampf der Parteien in Deutschland. Welche Kommunikationsstrategien nutzen sie? Welchen Einfluss haben Fake News auf den Wahlausgang? Und welche Koalitionsmöglichkeiten gibt es? Ein Kommunikationswissenschaftler und zwei Politikwissenschaftler der Universität Bamberg geben gerne Auskunft zu folgenden Themen:

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Welche Kommunikationsstrategien nutzen die Parteien im Wahlkampf?

Dr. Olaf Hoffjann, Professor für Kommunikationswissenschaft, insbesondere Organisationskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit:
„Bei der kommenden Bundestagswahl scheint eine altbekannte Frage im Mittelpunkt zu stehen: Wie konkret sollte eine Partei sagen, was sie will? Während die einen mit Eindeutigkeit zu punkten versuchen, sagen, was sie als Teil einer neuen Bundesregierung erreichen wollen, flüchten sich andere in vage und mehrdeutige Ankündigungen, um sich alles offenzuhalten und niemanden zu verschrecken. Zum Vergleich: Die amerikanische Präsidentschaftswahl war vor allem eine Auseinandersetzung zwischen einem postfaktischen und faktischen Politikverständnis.“

Wie wirken sich Fake News im Internet auf die Bundestagswahl aus?

Prof. Dr. Andreas Jungherr, Inhaber des Lehrstuhls für Politikwissenschaft, insbesondere Steuerung innovativer und komplexer technischer Systeme:
„Momentan deutet vieles auf einen knappen Ausgang der kommenden Bundestagswahl hin. Desinformation vor der Wahl ist nur einer von vielen Faktoren, die einen Einfluss auf den Wahlausgang haben. Das rhetorische Stolpern einer Kandidatin oder eines Kandidaten in der letzten Woche vor der Wahl hätte sicher einen größeren Einfluss als falsche Nachrichten oder Gerüchte, die im Vorfeld im Internet verbreitet werden.“

Wie schwierig wird die Regierungsbildung nach der Bundestagswahl?

Dr. Ulrich Sieberer, Professor für Empirische Politikwissenschaft:
„Die zunehmende Zersplitterung des deutschen Parteiensystems erschwert die Regierungsbildung. Die meisten realistischen Koalitionsoptionen bestehen aus drei Parteien mit teilweise deutlichen programmatischen Unterschieden: Jamaika, Ampel, Grün-Rot-Rot, Deutschlandkoalition. Eine Zweierkoalition könnte nach aktuellen Umfragen von den beiden vermutlich stärksten Parteien CDU/CSU und Grünen gebildet werden. Sie wäre de facto eine ‚Große Koalition‘ und für beide Partner schwierig. In allen Dreierkonstellationen haben kleine Parteien eine starke Verhandlungsposition – die FDP, die Linke oder die SPD. Insgesamt halte ich monatelange, zähe Verhandlungen für wahrscheinlicher als eine geräuschlose Koalitionsbildung innerhalb weniger Wochen.“

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