Sonntag, 5. Dezember 2021
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Wie können Menschen konstruktiv zusammenarbeiten?

Wer kennt nicht die zermürbenden Probleme der Zusammenarbeit? Ewige Diskussionen, unklare Regeln, Übervorteilung und Durchsetzung von Einzelinteressen. Und wer kennt nicht den – oft unterdrückten – Ärger, die Erschöpfung und schließlich die Resignation, die dadurch hervorgerufen werden? Wie oft möchten wir gern gut zusammenarbeiten, und wie selten gelingt es uns tatsächlich! 

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Es gibt drei Grundbedürfnisse wenn Menschen gut zusammenarbeiten wollen. Es sind drei, weil sie aus unserem Denken, unserem Fühlen und unserem Handeln kommen. Jeder hat das Bedürfnis, seine Gedanken zu dem gemeinsamen Thema frei äußern zu können und von den anderen gehört zu werden. Jeder hat außerdem das Bedürfnis, sich gleichberechtigt in der Gemeinschaft zu fühlen. Und jeder hat schließlich das Bedürfnis, dass am Ende ein Ergebnis erzielt wird, dass also tatsächlich etwas erreicht und vorangebracht wird, was dem gemeinsamen Projekt dient. 

Es ist psychologisch, sozial und oft sogar gesundheitlich zerstörerisch, wenn diese Bedürfnisse nicht beachtet werden. Wenn sich einzelne in einem Team nicht äußern dürfen. Es keine klaren Regeln gibt, an die sich alle zu halten haben. Oder bloß diskutiert und nichts „geschafft“ wird. 

Grundbedürfnisorientiertes zusammenarbeiten

Wie können wir also eine fruchtbare, befriedigende und vielleicht sogar begeisternde Zusammenarbeit gestalten? Das ist möglich, wenn wir unseren Grundbedürfnissen gerecht werden. 

Wenn wir einen bestimmten Zeitraum haben, in dem wir im Gespräch unsere Gedanken zu dem gemeinsamen Thema/Projekt zusammentragen und austauschen (Diskussion).

Wir brauchen dazu klare Regeln, z.B. darüber, wie lange wir miteinander diskutieren wollen und wie wir am Ende zu Entscheidungen finden (Konsens).

Schließlich kommt es darauf an, dass einzelne oder kleine Gruppen ein Mandat erhalten, um das weitere Vorgehen im Sinne der gemeinsamen Entscheidung zu organisieren und durchzuführen (Delegation).

Delegation braucht man immer dann, wenn es um die Umsetzung, um das Handeln geht, z.B. um die Einhaltung von Regeln. So sollte bei Diskussionen jemand für die Gesprächsleitung delegiert sein, um darauf zu achten, dass alle zu Wort kommen können und dass Redezeiten eingehalten werden. Ebenso sollte jemand delegiert sein, um zu gegebener Zeit eine Entscheidung durch ein Abstimmungsverfahren herbeizuführen. Delegationen werden von der Gruppe erteilt und können auf Antrag natürlich auch wieder entzogen werden. Es ist entscheidend wichtig, dass die Delegierten ein echtes Mandat zum Handeln erhalten und dass dieses Mandat von allen akzeptiert wird. 

  • Durch Diskussion kommen neue Ideen ins Spiel, Diskussion schafft Innovation.
  • Klare Regeln ermöglichen eine gute Zusammenarbeit: Kooperation
  • Delegation ist die Voraussetzung für Realisation
  • Diskussion ist ganz allgemein, wir bewegen uns frei im Ideen-Raum. 
  • Kooperation betrifft unsere ganz bestimmte soziale Gruppe.  
  • Delegation ermöglicht individuell verantwortetes und realisiertes Handeln. 

Das Ganze ist ein lebendiger, organischer Prozess. Die Delegierten berichten beim nächsten Treffen über ihre Arbeit, das weitere Vorgehen wird wieder diskutiert, neue Beschlüsse werden gefasst, usw.

Prof. Dr. rer. nat. Christoph Hueckhttps://www.akanthos-akademie.de
Prof. Dr. rer. nat. Christoph Hueck, geb. 1961, Studium der Biologie und Chemie (1984-1990), Promotion in bakterieller Genetik (Universität Erlangen-Nürnberg, 1994), Grundlagen- und angewandte molekularbiologische Forschung (u.a. Impfstoffentwicklung) in Deutschland und USA (Harvard University, University of California San Diego, University of Washington Seattle, Universität Würzburg, Creatogen Biosciences GmbH Augsburg, 1990-2002), Klassenlehrer an einer Waldorfschule in Oberbayern (2003-2008), Dozent an der Freien Hochschule Stuttgart (2008-2015), dort Professur für Lebenswissenschaften (2013). Forschungsprojekt zur lebenslangen gesundheitlichen Wirkung der Waldorfpädagogik in Kooperation mit der Charité Berlin (2009-2013). Gründung der Akanthos Akademie für anthroposophische Forschung und Entwicklung e.V. in Stuttgart (2014). Redakteur von Die Drei, Zeitschrift für Anthroposophie in Wissenschaft, Kunst und sozialem Leben (seit 2015). Freiberuflicher Dozent an Waldorf-Erzieherseminaren sowie am Freien Jugendseminar Stuttgart (seit 2015). Veröffentlichungen zur Mikrobiologie und molekularen Genetik, Impfstoffentwicklung, Biologie und Anthroposophie, zu den erkenntniswissenschaftlichen Grundlagen der Anthroposophie, zur anthroposophischen Meditation, sowie zur Waldorfpädagogik.

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