Donnerstag, 2. Dezember 2021
- Anzeige -
StartGesundheitWeichmacher können Asthma und Allergien fördern

Weichmacher können Asthma und Allergien fördern

Studie der Hochschule Furtwangen zeigt, wie die Blutbildung im Knochenmark beeinflusst wird

Forscher der Hochschule Furtwangen haben herausgefunden, dass der Weichmacher DEHP auch die Blutbildung aus Stammzellen im Knochenmark, bei den sogenannten hämatopoetischen Stammzellen, stört. „Erste Indizien hierfür fand unser Kollege Prof. Dr. Folker Wenzel schon im Jahr 2015“, merkt Studienleiter Prof. Dr. Hans-Peter Deigner an. „Der Effekt unterschied sich jedoch je nach Art der gebildeten Blutzelle, wir wollten nun herausfinden, woran dies liegt.“

- Anzeige -

Plastikprodukte sind im täglichen Leben überall präsent, vor allem Weichplastik wird gerne für Verpackungen oder Kinderspielzeug verwendet. Dieses enthält jedoch häufig sogenannte Weichmacher, welche dafür sorgen, dass das Material flexibel bleibt. Die Weichmacher sind nicht fest an den Kunststoff gebunden und können aus dem Material austreten. Das ist der Grund warum sie vom Menschen aufgenommen werden können. Ein Beispiel hierfür ist der Weichmacher DEHP, er steht seit längerem mit der Entstehung von Asthma in Verbindung. Bislang ist bekannt, dass der Weichmacher die allergische Reaktion in der Lunge verstärkt.

Doktorand Lars Kaiser fand heraus, dass der Weichmacher die Blutbildung durch oxidativen Stress stört. „Die Empfindlichkeit der Zelle gegen diesen Stress hängt jedoch maßgeblich vom entsprechenden Stoffwechsel ab“, erklärt Lars Kaiser. „Zellen, welche vorwiegend Fette abbauen, sind hier deutlich weniger empfindlich im Vergleich zu solchen, die vorwiegend Zucker verstoffwechseln.“ Dies führt dazu, dass bestimmte Blutzellen bereits bei geringen Konzentrationen des Weichmachers sterben, andere hingegen nicht. „Die Untersuchungen stammen zwar aus der Petrischale, jedoch konnte schon ein vergleichbarer Zusammenhang im Menschen in einer amerikanischen Studie aus den Neunzigern beobachtet werden“, betont Studienleiter Deigner. Lars Kaiser fand zudem heraus, dass der Zusammenhang zwischen dem Stoffwechsel und der Empfindlichkeit der Zellen gegen oxidativen Stress nicht nur auf das Knochenmark beschränkt ist, sondern auch in anderen Körperteilen vorhanden ist. 

Die Verwendung des Weichmachers DEHP wird durch die EU inzwischen deutlich eingeschränkt. Dennoch kommt DEHP in manchen Medizinprodukten vor oder ist in älteren Bodenbelägen zu finden. Die Forschungsgruppe konnte zudem zeigen, dass es keine Rolle spielt, welcher Stoff den oxidativen Stress bildet. Weitere Stoffe zeigten gleiche Effekte auf die Blutbildung. „Die derzeit verwendeten Ersatzstoffe für DEHP sind kaum besser“, merkt Lars Kaiser an. „Für viele dieser Ersatzstoffe wurde schon gezeigt, dass sie auch zur Bildung von oxidativem Stress führen und somit höchstwahrscheinlich ähnliche Auswirkungen auf die Blutbildung besitzen.“

Newsletter abonnieren

Sie wollen als Erstes wissen, was es Neues gibt in der Welt von „die epoche“? Viele unserer Leser halten sich bereits mit unserem Newsletter auf dem Laufenden. Sie erhalten die wichtigsten News direkt und kostenlos in Ihr Postfach.

*Sie können sich jederzeit durch einen Mausklick wieder abmelden
Das könnte Sie auch interessieren

Hinterlassen Sie eine Antwort:

Gib deinen Kommentar ein
Bitte gib deinen Namen hier ein

- Anzeige -

Beliebteste Artikel

Letzte Kommentare