Donnerstag, 2. Dezember 2021
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Zoonosen: Krankheitsübertragung von Tieren auf Menschen

Eine schulbasierte wissenschaftliche Untersuchung in Italien, Österreich, Deutschland, Slowenien, Mauritius und Japan zeigt, dass junge Menschen zu wenig über die wechselseitige Krankheitsübertragung von Tieren auf Menschen (Zoonosen) und das integrative Management von gesundheitlichen Risiken (One-Health-Konzept) wissen. Die Ergebnisse der internationalen Untersuchung wurden in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift Frontiers in public health veröffentlicht.

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Das EU finanzierte BIOCRIME-Konsortium hat mit Unterstützung des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) eine wissenschaftliche Untersuchung zum Thema illegaler Kleintierhandel und die damit verbundene Gefahr der Übertragung von Krankheitserregern durchgeführt.

Die Untersuchung konzentrierte sich auf folgende Schwerpunkte.

  1. „illegaler Kleintierhandel“
  2. den Wissensstand on Jugendlichen und Heranwachsenden
  3. die richtigen Verhaltensweisen von Jugendlichen und Heranwachsenden mit „Zoonosen“ und dem „One Health Konzept“

One Health ist ein Ansatz der anerkennt, dass die Gesundheit der Menschen eng mit der Gesundheit der Tiere und unserer gemeinsamen Umwelt verbunden ist.

Insgesamt nahmen 656 Schüler aus sechs Ländern an der Untersuchung teil. Die Schüler beantworteten einen anonymen Fragebogen. Im Anschluss wurde eine theoretische und praktische Unterrichtseinheit durchgeführt, die die richtigen Ergebnisse der Umfrage auflöste. Nach vier Wochen wurde eine zweite theoretisch-praktische Unterrichtseinheit durchgeführt. In der Zwischenzeit hatten sich die Schüler weiter mit dem Thema Zoonosen und One Health Ansatz beschäftigt. Im direkten Anschluss lag der gleiche Fragebogen ein zweites Mal anonym zur Beantwortung bereit.

Fragebogen: Was ist eine Zoonose?

Das Ergebnis der ersten Fragebogenbeantwortung zeigte den Anteil von Schülern, die nicht wussten, dass Tiere viele Erkrankungen auf den Menschen und umgekehrt übertragen können. Dieser Anteil lag bei 28,96 %. Der Anteil von Teilnehmern, die nicht wussten, was eine Zoonose ist, lag bei 32,16 %. Das Unwissen über das One-Health-Konzept lag bei den Jugendlichen bei 31,40 %, beziehungsweise 59,91 % der Schüler hatten die Frage falsch beantwortet. Von 23,02 % der Teilnehmer die Tollwut als eine nicht gefährliche Erkrankung angesehen.

Nach den beiden theoretisch-praktischen Unterrichtseinheiten der ersten Befragung wurde der gleiche Fragebogen zum Abschluss des Wissensvermittlungsprozesses erneut ausgefüllt. Das Ergebnis, der Anteil der korrekten Antworten (Wissenszuwachs) erhöhte sich um 21,92 %.

Je nach Geschlecht und Land gab es unterschiedliche Ausprägungen in der Richtigkeit der beantworteten Fragen. Insgesamt lag aber bei mehr als einem Drittel der teilnehmenden Schüler eine ausgeprägte Unwissenheit über zoonotische Risiken und ein Mangel am Verständnis über die Inhalte des One Health Konzeptes vor.

Aufklärung über Zoonosen und das One Health Konzept

„Das ist ein erst zu nehmendes Problem für die öffentliche Gesundheit. Es bedeutet, dass mehr als ein Drittel der an der Untersuchung teilgenommenen Schüler sich nicht darüber bewusst ist, welches zoonotische Risiko sie eingehen, wenn sie mit Tieren aus dem illegalen Kleintierhandel in Kontakt kommen. Daher empfehle ich, die Aufklärung über Zoonosen und das One Health Konzept mittels theoretisch-praktischen Lehreinheiten im Curriclulm und den Lehrplänen von Schulen fest zu verankern“, erklärt Erstautor der Untersuchung Paolo Zucca, vom Central Directorate for Health, Social Policies and Disabilities, in Italien.

„In Deutschland haben wir für den praktischen Teil der Aufklärung über Zoonosen an Schulen den Forschungsspürhund Sir Isaac Newton vom Leibniz-IZW eingesetzt. Er zeigte den Schülern, wie Hunde illegal versteckte Tiere in Gepäckstücken aufspüren können“, berichtet Leibniz-IZW Wissenschaftlerin Susanne Holtze.

„Unsere Forschungsarbeit betont, wie wichtig der Wissensaustausch zum Thema Zoonosen und dem One Health Konzept bei den jungen Generationen ist. Die Covid-19 Pandemie zeigt uns allen, dass die Übertragung von Krankheiten aus der Tierwelt nicht nur bloße Theorie ist, sondern eine echte Gefahr bedeutet.“, erklärt Wissenschaftskommunikator und Coautor Steven Seet vom Leibniz-IZW.

Die Gesundheit der Bevölkerung stärken

Mehr als 60 % der 1.700 bekannten Infektionskrankheiten, die auf den Menschen übertragbar sind, stammen von Tieren. Die wiederholten und häufigen zoonotischen Ausbrüche, wie die jüngste COVID-19-Pandemie, sind auf den Einfluss des Menschen auf die Natur zurückzuführen. Es gibt mehrere Faktoren, die das Auftreten und die Übertragung von Krankheiten von Tieren auf Menschen begünstigen. Insbesondere die Schaffung riesiger intensiver Haustierfarmen, der häufige Einsatz von Antibiotika in intensiven Zuchtbetrieben, die Zerstörung von Wäldern, der Verzehr von Wildfleisch (Buschfleisch) und der „illegale Tierhandel“ sind ein Risiko.

„Früherziehungs- und Gesundheitspräventionsprogramme in Schulen, sind eine grundlegende Voraussetzung für die Gesundheit der Bevölkerung und die Vermeidung zukünftiger Pandemien“, erklärt Jeannette Wichert, Biologie- und Chemielehrerin am Robert Havemann Gymnasium in Berlin.

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