Sonntag, 5. Dezember 2021
- Anzeige -
StartGesundheitZucker und Hirnerkrankungen – Studie zeigt Zusammenhang

Zucker und Hirnerkrankungen – Studie zeigt Zusammenhang

Dass zu viel Zucker ungesund ist, predigen Ernährungswissenschaftler bereits seit Jahrzehnten. Als wichtiger Energielieferant für den Körper kommt der Mensch jedoch nicht ganz ohne das Lebensmittel aus. Ob als Energiereserve, zum Muskelerhalt oder zur Förderung der Verdauung – die vielen verschiedenen Kohlehydrate übernehmen im Körper eine Reihe lebenswichtiger Aufgaben.

- Anzeige -

Einem Tübinger Forschungsteam des Instituts für Medizinische Genetik und Angewandte Genomik ist es gelungen, die Bedeutung spezieller Zuckersignale im Körper zu entschlüsseln. Mithilfe der Studienergebnisse können die Wissenschaftler nun neue Ansätze zur Therapie bei Hirnerkrankungen erforschen. Die Studie wurde in der renommierten Fachzeitschrift PNAS (Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America) publiziert.

Zucker ist nicht gleich Zucker

Ein Internationales Forschungsteam um Dr. Thorsten Schmidt vom Institut für Medizinische Genetik und Angewandte Genomik des Universitätsklinikums Tübingen konnte nun zeigen, dass zu viel Zucker auch in einem ganz anderen Zusammenhang negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben kann. Denn Zucker ist nicht gleich Zucker. So versehen Zellen z. B. Eiweiße mit speziellen Zuckermolekülen, um ihre Löslichkeit zu verbessern oder ihre Aktivität zu steuern.

Im Rahmen einer Studie analysierten die Wissenschaftler den Zusammenhang zwischen dem zellulären Mechanismus, durch den Zuckermoleküle an Eiweiß gekoppelt werden und dem Verlauf einer Hirnerkrankung, der sogenannten Spinozerebellaren Ataxie Typ 3. Dr. Thorsten Schmidt, der Leiter der Studie erklärt „Wir konnten nachweisen, dass diese Zuckersignale in direktem Zusammenhang mit Erkrankungsprozessen im Gehirn stehen, indem wir das dafür verantwortliche Enzym im Körper direkt beeinflussten.“ Dieses Enzym namens O-GlcNAc Transferase (OGT) spielt bei Hirnerkrankungen eine wichtige Rolle. Wurde seine Aktivität vermindert, reduzierten sich auch die Krankheitsfolgen.

Ansatz zur Behandlung von Parkinson oder Alzheimer

Aufgrund dieser Ergebnisse könnte das Enzym OGT ein wichtiger Ansatzpunkt bei der Behandlung von neurologischen Erkrankungen wie Parkinson oder Alzheimer darstellen. „Diese Zuckersignale können tatsächlich als ‚bittersüß‘ bezeichnet werden“, so Dr. Schmidt. „Im Prinzip sind unsere Nervenzellen dringend auf dieses Enzym angewiesen. Doch zu viel davon scheint Erkrankungen des Gehirns zu begünstigen.“ Inwieweit die individuelle Ernährung oder geeignete Wirkstoffe diese Zuckersignale und damit auch Hirnerkrankungen beeinflussen können, wird nun in weiteren Studien untersucht.

Newsletter abonnieren

Sie wollen als Erstes wissen, was es Neues gibt in der Welt von „die epoche“? Viele unserer Leser halten sich bereits mit unserem Newsletter auf dem Laufenden. Sie erhalten die wichtigsten News direkt und kostenlos in Ihr Postfach.

*Sie können sich jederzeit durch einen Mausklick wieder abmelden
Das könnte Sie auch interessieren

Hinterlassen Sie eine Antwort:

Gib deinen Kommentar ein
Bitte gib deinen Namen hier ein

- Anzeige -

Beliebteste Artikel

Letzte Kommentare