Samstag, 29. Januar 2022
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Anthroposophische Medizin

Die Anthroposophische Medizin (Anthropos = Mensch; Sophia = Weisheit) ist eine auf Rudolf Steiner zurückgehende, ganzheitliche komplementäre Form der Medizin. Sie versteht sich selbst als Erweiterung der wissenschaftlichen Medizin, als integrative Medizin oder Komplementärmedizin. Im Gegensatz zur klassischen Schulmedizin hat die anthroposophische Art und Weise z.B. mit Medikamenten umzugehen den Vorteil, ein tiefes Verständnis für Mensch und Natur mitzubringen. Die Anthroposophische Medizin zielt darauf ab, die Selbstheilungskräfte des Menschen anzuregen und Geist, Körper und Seele ins Gleichgewicht zu bringen. Um dies zu erreichen, werden nicht nur Medikamente sondern auch ganzheitliche Therapien eingesetzt.

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Die Anthroposophische Medizin und ihre Geschichte

Die Anthroposophische Medizin ist eine Form der Alternativmedizin. Rudolf Steiner (1861-1925) hat sie in Zusammenarbeit mit Ita Wegman (1876-1943) in den 1920er Jahren entwickelt. Sie greift auf Steiners spirituelle Weltanschauung – die Anthroposophie – zurück. Die ersten Schritte in Richtung einer anthroposophischen Medizin erfolgten bereits vor 1920, als homöopathische Ärzte und Apotheker mit Rudolf Steiner zusammenarbeiteten, der neben einem anthroposophischen Menschenbild auch neue Arzneien sowie spezifische Zubereitungsmethoden empfahl. 1921 eröffnete Ita Wegman in Arlesheim in der Schweiz die erste anthroposophische Arztpraxis, die heutige Klinik Arlesheim.

Bald schlossen sich Wegman eine Reihe weiterer Ärzte an. Sie begannen dann, die ersten anthroposophischen Krankenschwestern für die Klinik auszubilden. Auf Wunsch von Wegman besuchte Steiner regelmäßig die Klinik und schlug Behandlungsmethoden für bestimmte Patienten vor. Zwischen 1920 und 1925 hielt er auch mehrere Vortragsreihen über Medizin. Im Jahr 1925 schrieben Wegman und Steiner das erste Buch über die anthroposophische Medizin, „Grundlagen der Therapie“. Wegman hielt viele Vorträge, vor allem in den Niederlanden und England, und immer mehr Ärzte begannen, den anthroposophischen Ansatz in ihre Praxen aufzunehmen. In Arlesheim wurde 1963 eine Krebsklinik, die Lukas-Klinik, eröffnet. 1976 wurde die Anthroposophische Medizin in Deutschland als „Besondere Therapierichtung“ durch das Arzneimittelgesetz (AMG) und das Sozialgesetzbuch V gesetzlich geregelt.

Die Behandlung mit dem Menschen im Mittelpunkt

Anthroposophische Ärzte wenden einige Behandlungstechniken an, die auf den anthroposophischen Grundsätzen basieren. So wird nicht nur ein Krankheitsbild mit seinen Symptomen und eine mögliche medikamentöse Behandlung angestrebt, sondern auch der Menschen insgesamt betrachtet. Therapien werden mit dem Ziel eingesetzt, durch die Überwindung der Erkrankung ein neues Gleichgewicht zu finden.

Viele Arzneimittelpräparate, die in der anthroposophischen Medizin verwendet werden (Anthroposophikum), sind hochverdünnte Substanzen, ähnlich denen, die in der Homöopathie Verwendung finden. Homöopathische Mittel werden auch in der anthroposophischen Medizin als Ersatz für ein wissenschaftlich nachgewiesenes und wirksames Heilmittel eingesetzt und von anthroposophischen Ärzten nicht selten begleitend zu Therapien der wissenschaftlichen Medizin verordnet.

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