Samstag, 13. August 2022
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Den Ton getroffen: Neue Erkenntnisse zur Selbsteinschätzung beim Musizieren

Wer gern unter der Dusche singt, weiß vermutlich, dass nicht immer jeder Ton sitzt. Doch wie sieht es mit professionellen Sängerinnen und Sängern aus? Wie gut schätzen sie ihr eigenes Können ein? Und welche Rolle spielt die Selbsteinschätzung bei der Ausbildung musikalischer Fähigkeiten? Diesen Fragen ist ein Forschungsteam des Frankfurter Max-Planck-Instituts für empirische Ästhetik, der New York University und der Universität Hamburg in einer Studie mit professionellen Sopranistinnen nachgegangen.

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Alle Studienteilnehmerinnen sangen einzeln im Studio „Happy Birthday“ ein. Anschließend sollten sie sich Aufnahmen ihrer eigenen Gesangsdarbietungen sowie der ihrer Kolleginnen anhören und bewerten. Als Bewertungsmaßstab diente die Tonhöhengenauigkeit, also die Fähigkeit, die Töne zu „treffen“. Die Tonhöhengenauigkeit ist in der westlichen Kultur mit messbaren akustischen Merkmalen verbunden und kann daher als objektives Maß für die musikalische Leistung herangezogen werden.

Aus der Bewertung der Teilnehmerinnen durch ihre Kolleginnen leitete das Forschungsteam ein statistisches Modell ab. Anhand dessen konnten sie feststellen, wie gut eine Sängerin andere sowie ihre eigene Leistung bewertete. „Die Ergebnisse zeigen, dass die Sängerinnen bei der Selbsteinschätzung erstaunlich ungenau waren. Die meisten überschätzten ihre eigenen Leistungen“, resümiert Erstautorin Pauline Larrouy-Maestri vom Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik.  

Darüber hinaus beobachteten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler einen Zusammenhang zwischen der Gesangskompetenz und der Fähigkeit zur Selbsteinschätzung: Je besser eine Sängerin hinsichtlich der Tonhöhengenauigkeit abschnitt, desto besser schätzte sie sich auch selbst ein. Diese Erkenntnis überrascht, da Experten in der Regel dazu neigen, ihre eigenen Fähigkeiten in ihrem Fachgebiet zu unterschätzen.

Die Studie, deren Ergebnisse kürzlich im Fachjournal „Journal of Voice“ publiziert wurden, unterstreicht damit nicht nur, dass selbst professionelle Sängerinnen und Sänger ihre eigenen gesanglichen Leistungen nicht unbedingt richtig einordnen. Sie deutet auch darauf hin, dass die Selbsteinschätzung ein Schlüsselfaktor für die Entwicklung außergewöhnlicher musikalischer Fähigkeiten sein kann.

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