Freitag, 12. August 2022
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Die Freude am Lesen

Forschung zu Flow-Zustand beim Lesen ausgezeichnet

Gerade jetzt zur Urlaubszeit ist Lesen für viele ein Genuss: Ein fesselnder Roman – und die Zeit vergeht im Nu. Wie es kommt, dass wir ein Buch manchmal nicht aus der Hand legen können, hat ein Forschungsteam des Frankfurter Max-Planck-Instituts für empirische Ästhetik untersucht. Die Studienergebnisse wurden im Fachmagazin „Psychology of Aesthetics, Creativity, and the Arts (PACA)“ veröffentlicht und nun mit dem „Outstanding Student Paper Award“ der Internationalen Gesellschaft für Empirische Literaturwissenschaft (IGEL) ausgezeichnet.

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Die Freude am Lesen ist ein multidimensionales Erlebnis, das aus dem Zusammenspiel unterschiedlicher Zustände entsteht. Je nachdem, welcher Text gelesen wird – und wer ihn liest – treten sie mehr oder weniger stark auf. In ihrer Studie untersuchten die Wissenschaftler, welche Rolle der sogenannte „Flow-Zustand“ bei einem Lese-Erlebnis spielt. „Flow“ ist ein Begriff aus der Psychologie und bezeichnet den Zustand, den Menschen empfinden, wenn sie komplett in einer Tätigkeit aufgehen. 

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In einem Online-Fragebogen erfassten die Forscher die Eindrücke von 373 Studienteilnehmern nach dem Lesen eines Kapitels aus Homers „Odyssee“ und werteten diese hinsichtlich des lesespezifischen Flows aus. Dabei fanden sie heraus, dass dieser eine Schlüsselrolle spielt – nicht nur in Bezug auf Lesefreude und Textverständnis, sondern auch bei der Entstehung von anderen Lese-Zuständen wie Spannung oder der Identifikation mit den Hauptfiguren. 

„Bislang wurden die unterschiedlichen Dimensionen des Lese-Erlebens meist getrennt voneinander betrachtet“, erklärt Erstautorin Birte Thissen. „Doch die Ergebnisse unserer Studie haben gezeigt, dass der Flow als Katalysator anderer Lese-Zustände fungiert. Zusammen münden diese dann im besten Fall in Lesefreude.“

Mit der Studie liefern die Wissenschaftler einen ersten empirischen Nachweis für die zentrale Rolle von Flow bei der Entstehung von multidimensionalen positiven Lese-Erlebnissen. Bislang spielte das Flow-Konzept in der Leseforschung nur eine untergeordnete Rolle, die Studienergebnisse weisen jedoch darauf hin, dass es künftig stärker einbezogen werden sollte. Da sich Flow-Zustände dank wissenschaftlicher Methoden relativ genau vorhersagen lassen, könnte eine Integration des Konzeptes in die aktuelle Leseforschung erheblich zum Verständnis von Lesefreude beitragen.

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