Sonntag, 5. Dezember 2021
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StartUmweltGelegenheit zur Schaffung des größten Meeresschutzgebiets verpasst

Gelegenheit zur Schaffung des größten Meeresschutzgebiets verpasst

Deutsche Umwelthilfe informiert über das Scheitern

Zum Abschluss der 40. Verhandlung der Kommission zur Erhaltung der lebenden Ressourcen der Antarktis (CCAMLR) kritisieren die Deutsche Umwelthilfe (DUH), The Pew Charitable Trusts und die Antarctic and Southern Ocean Coalition (ASOC) diese als verpasste Gelegenheit für den Schutz der Antarktis und dem damit größten Meeresschutzgebiets. Das fünfte Jahr in Folge gab es keine Vereinbarung über die Ausweisung der drei großen Meeresschutzgebiete im Südpolarmeer. Die verhandelnden Länder ignorierten damit die Forderung führender Wissenschaftler sowie von 1,5 Millionen Menschen. Konkret ging es um den Schutz der Ostantarktis, der Antarktischen Halbinsel und des Weddellmeers.

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Der Schutz des größten Meeresschutzgebiets der Welt

Dazu Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH
„Seit Jahren ist offensichtlich, dass die antarktischen Gewässer Schutz brauchen. Leider haben es die Verhandlungen zum Meeresschutz in der Antarktis auch in diesem Jahr nicht geschafft, einen Konsens zu erzielen. Die neue Bundesregierung muss sich im kommenden Jahr massiv für den Schutz des möglicherweise größten Meeresschutzgebiets der Welt einsetzen.“

„Wir sind sehr enttäuscht, dass wir erneut Zeuge dieser verpassten Gelegenheit geworden sind. Leider wurden die drei lebenswichtigen Meeresschutzgebiete in der Antarktis in diesem Jahr nicht Realität. Doch der Planet und die kostbaren marinen Lebensräume der Antarktis können sich kein weiteres Jahr der Untätigkeit leisten“, sagt Claire Christian, Geschäftsführerin der Antarctic and Southern Ocean Coalition (ASOC). „Trotz der starken Unterstützung vieler CCAMLR-Mitglieder hat eine Minderheit von Ländern die Ausweisung der Schutzgebiete verhindert. Alle CCAMLR-Mitglieder müssen die Interessen des Planeten über ihre eigenen stellen, doch das ist nicht geschehen.“

Trotz Enttäuschung gibt es auch positives

Die CCAMLR-Mitglieder einigten sich jedoch, die Schutzmaßnahme (CM) 51-07 zu verlängern. Diese Maßnahme reguliert die vorläufigen Fangmengen von Krill, um die Auswirkungen der Krillfischerei auf die Raubtiere, die sich von Krill ernähren, zu verringern. 

„Trotz der fehlenden Ausweisung neuer Schutzgebiete sind wir erleichtert, dass die Schutzmaßnahme zur Einschränkung des Krillfangs verlängert wurde. Aus neueren wissenschaftlichen Erkenntnissen wissen wir jedoch, dass diese Maßnahme allein nicht ausreicht, um eine übermäßig konzentrierte Fischerei rund um die Antarktische Halbinsel zu verhindern. Daher fordern wir die CCAMLR-Mitglieder dringend auf, schnell an einer neuen Maßnahme zu arbeiten, die genügend Krill im Südpolarmeer für die Fischerei und die Tierwelt ermöglicht“, sagt Andrea Kavanagh, die für The Pew Charitable Trusts den Schutz der Antarktis und des Südpolarmeeres leitet. 

Der Schutz von Ostantarktis, Antarktischer Halbinsel und Weddellmeer würde fast 4 Millionen Quadratkilometer des Südpolarmeeres unter Schutz stellen. Das entspricht ungefähr der Größe der EU und macht 1 Prozent der Weltmeere aus. Zusammen würde dies die größte Meeresschutzmaßnahme der Geschichte darstellen und eine großen Beitrag zur Erreichung der globalen Klima- und Biodiversitätsziele leisten.

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